Meditations-Tagebuch

Höheres Selbst kontaktieren: Channeling gegen kreative Blockaden im Design

2026.08.30
Channeling und höheres Selbst als Werkzeug gegen kreative Blockaden im UX-Design – Symbolbild zur Meditationspraxis nach Burnout

Eine stille Meditation lässt mich ankommen. Channeling verlangt das Gegenteil: dass ich mitten im Entwurf wieder losgehe, genau dort, wo eine kreative Blockade im UX-Design-Prozess feststeckt. Beides gehört zu meiner täglichen Meditationspraxis nach der Burnout-Erholung, aber nur eine der beiden Techniken hilft wirklich, wenn ein Entwurf blockiert ist und nicht nur der Kopf zu voll.

Kurzer Hinweis vorab: Ich verlinke weiter unten zu Kursen, die ich selbst durchlaufen habe, unter anderem zur Meditations-Reise und zum ELBEN-Kurs. Bucht jemand über diese Links, bekomme ich eine Provision, ohne dass für euch etwas teurer wird. Ich bin UX-Designerin, keine Ärztin oder Therapeutin – bei allem Gesundheitlichen gehört die Einschätzung in fachkundige Hände.

Wann eine stille Sitzung gegen eine kreative Blockade reicht – und wann nicht

Zwei Wochen lang habe ich testweise ausschließlich mit Calm und Headspace gearbeitet, jeden Tag, ohne eine Sitzung ausfallen zu lassen. Der Kopf wurde ruhiger, der Schlaf besser. Das Entwurfsproblem auf dem Bildschirm blieb trotzdem exakt so hartnäckig wie vorher. Reine Beruhigung räumt kein Informationsarchitektur-Problem aus dem Weg – dafür braucht es einen anderen Ansatz.

Der Unterschied zeigt sich vor allem in der Absicht. Eine gewöhnliche Sitzung will den Kopf leerer machen. Channeling will den Kopf offener machen für etwas, das nicht aus der eigenen Logik kommt – ein Impuls, ein Bild, eine Struktur, die sich anfühlt, als käme sie von außen. Auf der 21-tägigen Meditations-Reise habe ich die erste Form gelernt, die zweite kam erst später dazu.

Was unterscheidet Channeling von einer normalen Meditation?

Den Übergang habe ich über den ELBEN Online Kurs mit Christine Arana Fader gefunden, weil ich eine Brücke zwischen reiner Stille und aktivem Empfangen von Impulsen gesucht habe. Es ging mir nicht um Esoterik im klassischen Sinn, sondern um ein zusätzliches Werkzeug für Momente, in denen Logik allein nicht mehr weiterkommt. Mehr zu diesem Übergang steht auch bei der Klarheit durch Channeling.

Wichtig ist die Reihenfolge. Erst kommt die Erdung, dann erst die Öffnung – nie umgekehrt. Wer die Kontrolle zu schnell abgibt, ohne vorher fest zu stehen, verliert eher die Bodenhaftung, die man im Design-Job sowieso schon knapp hat. Deshalb behandle ich Channeling nicht als Ersatz für die tägliche Praxis, sondern als einen zusätzlichen Schritt danach.

Laptop mit Figma-Entwurf neben einem Kristall auf dem Schreibtisch – Symbol für Channeling im UX-Design-Prozess

Erden, öffnen, wieder erden

Der Ablauf bleibt bei mir fast immer gleich. Zuerst die Füße flach auf den Boden, das Gewicht bewusst spüren, bevor überhaupt an ein Design-Problem gedacht wird. Danach folgt eine Sitzung von zwanzig Minuten, in der ich nicht krampfhaft nach der Lösung suche, sondern mich eher als Kanal begreife, durch den etwas durchgehen darf. Am Ende steht wieder eine ganz banale Erdung – bei mir oft ein kurzer Gang zum Hofgarten, Eingang Jacobistraße, wo ich stehen bleibe, bis sich der Boden unter den alten Bäumen wieder real anfühlt, bevor es zurück an den Schreibtisch geht.

Diese Rahmung – erst runter, dann durchlässig werden, dann wieder runter – ist der eigentliche Unterschied zu einer normalen Achtsamkeitsübung. Ohne den letzten Schritt bleibt man in einem Zustand hängen, der sich für den restlichen Arbeitstag zu weich anfühlt. Mit ihm lässt sich das Ganze in einen ganz normalen Dienstag einbauen, ohne dass Kolleginnen etwas davon merken müssen.

Barfuß auf Eichenparkett geerdet während der Meditationspraxis vor dem Channeling

Woran erkennst du, dass der Kanal offen ist?

Das Zeichen kommt selten dramatisch. Bei mir ist es oft eine hereinkommende Nachricht kurz vor Feierabend, auf die sich mein Atem verlangsamt, noch bevor ich bewusst gemerkt habe, dass ich überhaupt angespannt war. Kein warmes Leuchten, kein großes Gefühl – nur eine kleine, messbare Verschiebung im eigenen Tempo.

In unserer Online-Meditationsgruppe sagt Helge Wustmann das ziemlich unverblümt: Er bricht Sequenzen deutlich häufiger ab als ich, sobald sich die Erdung nicht mehr richtig anfühlt, und nennt das ohne Umschweife beim Namen. Genau das ist die richtige Reaktion, kein Scheitern. Ein Kanal, der sich erzwungen anfühlt, ist keiner. Meine alte Schulfreundin Tabea Reinholz, die anruft, wenn sie selbst sonntags nicht schlafen kann, hält das Ganze für kompletten Unsinn – und stellt trotzdem meistens die genauesten Rückfragen dazu.

Selbstkritik direkt nach so einer Sitzung ist ohnehin der falsche Zeitpunkt für eine Bewertung. Was dabei an Selbstmitgefühl nach dem Burnout hilft, ist simpel: dem Entwurf zwanzig Minuten Zeit geben, bevor man ihn wieder mit dem eigenen Anspruch überschreibt.

Design-Fachbücher neben Meditationskissen als Symbol für Burnout-Erholung und tägliche Meditationspraxis

Grenzen, die diese Technik hier nicht überschreitet

Ein paar Dinge gehören ausdrücklich nicht in diesen Text. Der Wiedereinstieg direkt nach einem Ausfall braucht zuerst Stabilität und keine Kanalarbeit, das ist ein eigenes Kapitel für sich. Eine feste Morgen-Ankerpraxis vor dem ersten Termin ist etwas völlig anderes als das hier und für sich genommen schon wirksam. Wer ohnehin hochsensibel auf Bürolärm und Bildschirmlicht reagiert, sollte die Reizfilter-Frage vor der Kanalfrage klären. Der allererste Einstieg ins Channeling, noch bevor überhaupt ein Design-Problem im Raum steht, gehört an eine andere Stelle. Was genau ich in mein Protokoll schreibe und warum, verdient einen eigenen Eintrag, genau wie die 21-Tage-Reise selbst, Tag für Tag erzählt. Ein thematischer Abstecher wie die Arbeit mit Drachenenergie ist noch mal ein ganz anderer Ausflug. Ob geführte Meditation oder Stille am Anfang mehr bringt, ist eine Abwägung, die mit Channeling wenig zu tun hat. Grenzen im Agentur-Alltag zu setzen, bevor überhaupt an Kanalarbeit gedacht wird, ist oft der wichtigere erste Schritt. Der innere Kritiker, der bei jedem Entwurf mitredet, ist ein eigenes Problem, das sich mit dieser Technik nicht automatisch löst. Es gibt inzwischen so viele unterschiedliche Meditationsarten, dass eine ordentliche Einordnung für sich schon einen Text füllen würde. Abends beim Einschlafen braucht es eine andere Übung als nachmittags am Bildschirm. Fokus und Konzentration am Schreibtisch sind ein eigenes Handwerk, das ich getrennt trainiere. Und die Angst vor einem Rückfall lauert bei jeder neuen Technik mit und verdient eine ehrliche, eigene Betrachtung – nicht diesen Absatz.

Handschriftliche Notizen zu einem Channeling-Impuls im Notizbuch bei Lampenlicht

Für alle, die selbst an dem Punkt stehen, an dem reine Entspannung nicht mehr reicht: Die wichtigste Lektion aus dem ELBEN-Kurs ist die Reihenfolge, nicht das Ziel. Je weiter man sich öffnen will, desto fester müssen die eigenen Routinen vorher stehen.

Ob der Einstieg über ein spezifisches Thema läuft oder über das Lernen von Channeling im Alltag passiert, ändert an dieser Grundregel nichts. Ohne tägliche Praxis als Fundament bleibt Channeling ein Kunststück ohne Boden darunter.

Wer nach einer verlässlichen Basis schon so weit ist wie ich vor diesem Schritt, findet im ELBEN Online Kurs eine strukturierte Möglichkeit, das auszuprobieren. Für einen x-beliebigen Dienstag mitten im Projekt reicht oft schon die Erinnerung, dass sich der Kanal nicht erzwingen lässt – nur einladen.

Hinweis: Diese Webseite dient ausschließlich der Information und Unterhaltung. Ich bin kein Arzt, Finanzberater oder Anwalt. Holen Sie sich professionellen Rat, bevor Sie Entscheidungen zu Gesundheit oder Finanzen treffen.