Meditations-Tagebuch

Drachenenergie im Alltag: Wie ich kreative Blockaden nach dem Burnout löste

2026.07.04
Drachenenergie im Alltag: Wie ich kreative Blockaden nach dem Burnout löste

Was macht eine Kreativblockade nach einem Burnout eigentlich anders als gewöhnliche Ideenlosigkeit, und warum reicht die Meditation, die mir am Anfang das Leben leichter gemacht hat, irgendwann nicht mehr aus, um sie aufzulösen? Diese Frage hat mich als UX-Designerin länger beschäftigt, als mir lieb war, weil ich es gewohnt bin, Probleme in Interviews und Prototypen zu zerlegen, bevor ich sie löse. Bei der eigenen Kreativität hat mir dieses Werkzeug lange gefehlt. Seit meinem Burnout-Ausfall im Oktober 2023 gehört tägliche Meditation zu meinem Alltag hier in Düsseldorf, aber ein leeres Figma-Board ließ sich mit reiner Stille irgendwann nicht mehr füllen.

Bevor es weitergeht, kurz zur Transparenz: Ein Teil der Links in diesem Text führt zu Kursen, die ich selbst gebucht habe, und ich bekomme eine kleine Provision, wenn du darüber buchst — der Preis für dich bleibt gleich. Ich bin keine Ärztin oder Therapeutin, mein Weg ist ein persönlicher Erfahrungsbericht und keine Behandlungsanleitung.

Werbung: Ein Teil der Links hier sind Affiliate-Links, kaufst du über einen davon, bekomme ich eine Provision, während sich dein Preis nicht verändert.

Warum reine Stille bei einer Kreativblockade nach dem Burnout oft nicht reicht

Seit rund zwei Jahren sitze ich an den meisten Werktagen zwanzig Minuten. Angefangen hat das mit der 21-tägigen Meditations-Reise – Loslassen in Leichtigkeit, auf die mich Rieke Dornbusch hingewiesen hat, eine Bekannte aus meiner ambulanten Nachversorgungsgruppe. Wie mein schrittweiser Wiedereinstieg in die Agentur damals im Detail ablief, ist an anderer Stelle mein Thema. Hier geht es um das, was danach noch offenblieb. Ich war zwar ruhiger, aber ebenso wehrlos gegenüber jedem Kommentar im Review und jeder neuen Anforderung mitten im Tag. Was fehlte, war nicht noch mehr Ruhe, sondern eine Art Schutzraum, der gleichzeitig wach hält.

Nahaufnahme einer Hand an einer Fensterscheibe mit verschwommenen Lichtern von Düsseldorf, Sinnbild für die Kreativblockade nach dem Burnout.

Die Drachenenergie-Übung: ein technischer Blick

Drachenenergie ist im Kern eine Visualisierungsarbeit, keine weitere Form der Entspannung. Ich schloss mich im Winter dem Kurs Drachenenergie an, mehr aus Neugier als aus Überzeugung, weil das Thema so gar nicht zu meinem sonst rationalen Blick auf Prozesse passte. Die Übung läuft ungefähr so ab: Man sucht sich ein inneres Bild von Präsenz statt von Rückzug. Bei mir wurde daraus eine wache, fast feurige Ruhe, die näher an Achtsamkeit mit einer zusätzlichen Komponente liegt als an klassische Stille-Meditation. Als Designerin würde ich es mit dem Moment vergleichen, in dem man endlich die passende Affordanz in einem Interface findet: Alles fühlt sich plötzlich stimmig an, ohne dass sich objektiv etwas verändert hat.

Wie genau sich das im Alltag zeigt, wurde mir an einem gewöhnlichen Donnerstagabend klar: Die Slack-Nachricht, die den Feierabend markierte, poppte auf, und mein Atem wurde von selbst langsamer, bevor ich überhaupt bewusst danach gegriffen hätte. Kein Trick, keine Zählübung, einfach ein Reflex, der sich über die Zeit eingeschliffen hatte.

Bevor ich bei dieser Übung landete, hatte ich es mit vorgefertigten Journaling-Vorlagen aus dem Buchhandel versucht, um die Blockade schreibend aufzulösen. Die Felder darin fühlten sich an wie ein Formular, das ich für jemand anderen ausfüllte, und nach ein paar Versuchen legte ich das Heft beiseite. Wie ich Beobachtungen inzwischen stattdessen protokolliere, freier und näher an meinem eigenen Format, habe ich in einem Eintrag über Journaling und Meditation nach Burnout beschrieben. Hier soll es bei der energetischen Seite bleiben.

Meditationskissen und Notizbuch mit Skizzen in einer Düsseldorfer Wohnung, vorbereitet für die Drachenenergie-Übung.

Hilft Drachenenergie auch bei reiner Erschöpfung?

Nicht automatisch. Die Übung lohnt sich vor allem dann, wenn eine Blockade sich eher wie Rückzug anfühlt als wie Müdigkeit, wenn man also nicht erschöpft, sondern eher erstarrt vor der eigenen Arbeit sitzt. Bei reiner Erschöpfung nach einem langen Tag greife ich weiterhin zur stilleren Praxis zurück, das aktivere Bild würde da eher aufwühlen als helfen. Wie sich das bei besonders reizempfindlichen Designerinnen und Designern noch einmal anders anfühlt, ist an anderer Stelle ausführlicher mein Thema.

Rieke, die ich eingangs erwähnt habe, hat ihre eigene Praxis über eine deutlich längere Phase unterbrochen als ich und ist trotzdem wieder eingestiegen. Das zeigt mir, dass eine Unterbrechung selbst kein Grund ist, das Ganze für gescheitert zu erklären.

Wer nach einem Grundkurs tiefer einsteigen will, findet im ELBEN Online Kurs einen naheliegenden nächsten Schritt in Richtung Channeling, den ich im Frühjahr 2025 selbst gemacht habe. Wie sich die allerersten Schritte in einer Channeling-Praxis anfühlen, beschreibe ich an anderer Stelle ausführlicher.

Drachenenergie im Agenturalltag anwenden

Im Meeting merke ich den Unterschied am deutlichsten. Wenn ein Kunde einen Entwurf ohne Begründung zerlegen will, rufe ich kurz dieses Bild von Präsenz ab, bevor ich antworte, und setze Grenzen, ohne dabei laut zu werden. Vor dem Burnout hätte ich in derselben Situation entweder nachgegeben oder mich danach tagelang darüber geärgert.

Maja, mit der ich in einer WG während des Studiums zusammengelebt habe und die heute als UX-Researcherin in Hamburg arbeitet, hat mal gefragt, ob das nicht einfach eine Art Schlaf-App fürs Gehirn sei. Sie selbst probiert ständig neue Apps für ihren Schlaf aus und schläft trotzdem unregelmäßig. Ganz falsch liegt sie damit nicht: Es geht auch hier um einen Zustand, den man trainiert, nicht um einen Trick, der einmal wirkt und dann verpufft.

Meine tägliche Sitzpraxis am Morgen bleibt dabei weiterhin das Fundament, nur mit einer zweiten, aktiveren Ebene obendrauf. Wie genau dieser morgendliche Anker in meinen Arbeitsalltag eingebaut ist, habe ich andernorts beschrieben.

An Tagen, an denen ein Meeting besonders viel Raum eingenommen hat, gehe ich in der Mittagspause kurz durch den Hofgarten am Eingang Jacobistraße, rufe das Bild noch einmal ab und gehe danach konzentrierter zurück an den Schreibtisch.

Nahaufnahme von Fingern beim Zeichnen auf einem Grafiktablett mit warmem Licht, UX-Design-Arbeit nach der Kreativblockade.

Wer sich selbst festgefahren fühlt zwischen Erschöpfung und dem Anspruch, trotzdem kreativ zu liefern, muss nicht bei reiner Stille bleiben. Ein Blick auf den Kurs Drachenenergie lohnt sich vor allem dann, wenn Ruhe allein bereits ausprobiert wurde und trotzdem etwas fehlt.

An diesem Sonntagabend sitze ich wieder zwanzig Minuten auf dem Kissen im Wohnzimmer, bevor ich diesen Text abschicke, und die Blockade vom Winter ist inzwischen weit weg. Der Unterschied zu vorher ist simpel: Wenn Stille sich wie eine zusätzliche Last anfühlt statt wie Erholung, probiere ich probeweise ein aktives Bild statt eines leeren Kopfes aus und beobachte, ob sich etwas verändert, bevor daraus eine feste Routine wird.

Hinweis: Diese Webseite dient ausschließlich der Information und Unterhaltung. Ich bin kein Arzt, Finanzberater oder Anwalt. Holen Sie sich professionellen Rat, bevor Sie Entscheidungen zu Gesundheit oder Finanzen treffen.