
Sonntagabend in der Carlstadt. Draußen peitscht der Regen gegen die hohen Fenster meiner Altbauwohnung, während ich auf dem Sofa sitze und auf mein iPad starre. In einem offenen Figma-Tab leuchten noch die Reste eines komplexen Design-Systems, das mich die ganze Woche über Nerven gekostet hat. Früher, vor meinem Ausfall im Oktober 2023, hätte mich dieser Anblick jetzt in eine leichte Panik versetzt. Heute spüre ich eine andere Qualität von Präsenz – eine, die ich erst in den letzten Monaten durch die Arbeit mit dem Thema Drachenenergie wirklich stabilisieren konnte.
Bevor ich tiefer in meine Erfahrungen eintauche, ein kleiner Hinweis: Einige der Links in diesem Text sind Affiliate-Links. Wenn du darüber einen Kurs buchst, erhalte ich eine Provision, ohne dass es für dich teurer wird. Ich empfehle hier nur Dinge, die ich im Rahmen meiner eigenen Genesung und Praxis in meiner 2,5-Zimmer-Wohnung wirklich ausprobiert habe. Ich bin keine Ärztin oder Therapeutin, sondern eine 36-jährige Designerin, die ihren Weg zurück in die Belastbarkeit sucht. Bitte sprich bei gesundheitlichen Problemen immer mit einem Profi.
Das Ende der Sanftheit: Warum „Loslassen“ allein nicht reichte
Seit Anfang 2024 gehört die Meditation fest zu meinem Leben. Ich habe mit der 21-tägigen Meditations-Reise von kraftquellegeist angefangen, was für mich der perfekte Anker nach der akuten Burnout-Phase war. Es ging um Ruhe, um das Regulieren des Nervensystems, um das pure Überleben im Agentur-Dschungel. Doch Ende November 2025 merkte ich, dass etwas fehlte. Ich war zwar ruhig, aber ich war auch... flach. Die kreative Energie, dieser „Biss“, den man braucht, um ein Interface gegen die Widerstände von fünf verschiedenen Stakeholdern zu verteidigen, war weg.
Ich saß oft in meinen täglichen 20 Minuten Praxis auf meinem Meditationskissen und fühlte mich wie eine leere Hülle. In der UX Design Branche nennen wir das oft „Empathy Fatigue“. Man fühlt so sehr mit den Nutzern und dem Team mit, dass man die eigene Mitte verliert. Ich merkte, dass ich nicht mehr nur Sanftheit brauchte. Ich brauchte Feuer. Aber ein kontrolliertes, kein zerstörerisches.
Der Sprung ins Ungewisse: Mein Start mit der Drachenenergie
Kurz vor der Wintersonnenwende stand ich vor der Wahl: Mache ich den eher ätherischen ELBEN Online Kurs oder wage ich mich an das Thema Drachenenergie? Mein rationaler Designer-Verstand, der normalerweise in Wireframes und logischen Flows denkt, rollte erst einmal heftig mit den Augen. Drachen? Ernsthaft? Das klang nach Fantasy-Roman und wenig nach der Disziplin, die ich mir mühsam aufgebaut hatte.
Doch irgendetwas an der Beschreibung der Drachenenergie resonierte mit meinem Bedürfnis nach Abgrenzung. Ich dachte mir: „Wenn ich ein Interface mit 50 Screens und komplexen Edge-Cases strukturieren kann, werde ich wohl auch lernen, meine eigene Energie zu lenken.“ Ich entschied mich gegen den sanften Weg und für das Feuer.
Die ersten Tage waren schwierig. Ich erinnere mich an einen Abend Mitte Dezember. Ich saß auf dem kühlen Parkettboden, die Heizung im Altbau knackte rhythmisch, und ich versuchte mich auf die erste Visualisierung einzulassen. Am dritten Tag des Kurses habe ich fast abgebrochen. Die Begriffe waren mir zu „esoterisch“, und ich schämte mich regelrecht bei dem Gedanken, meinen Kollegen in der Agentur davon zu erzählen. Wie sollte ich erklären, dass ich abends Drachen rufe, während ich tagsüber Jira-Tickets schiebe?
Körperliche Resonanz statt Kopfkino
Was mich weitermachen ließ, war eine physische Reaktion, die ich so nicht erwartet hatte. Während einer Session im Januar spürte ich ein plötzliches, heißes Kribbeln im Solarplexus. Es fühlte sich an, als würde ein leerer Akku endlich wieder geladen. Es war kein sanftes Schweben, wie ich es aus der 21 Tage Meditation Challenge kannte, sondern eine kraftvolle, erdende Wärme.
Als UX Designerin bin ich darauf trainiert, Nutzerstimmen zu protokollieren. Jetzt fing ich an, meine inneren Reaktionen mit derselben Präzision zu notieren. In meinem Journaling-Prozess, den ich oft sonntagabends in der Carlstadt durchführe, tauchten plötzlich Begriffe wie „Präsenz“, „Grenzziehung“ und „innere Autorität“ auf.
März-Durchbruch: Drachenenergie im agilen Sprint
Der eigentliche Test kam Anfang März. Wir steckten in einem extrem engen Sprint für ein Kunden-Rebranding. Mein Postfach quoll über, und die alte, bleierne Erschöpfung klopfte wieder an. In einer Pause – ich praktiziere oft Meditation am Arbeitsplatz – schloss ich für zehn Minuten die Augen und rief das Bild der Drachenkraft ab, das ich im Kurs gelernt hatte.
Es ging nicht darum, Feuer zu spucken, sondern um die Qualität des Drachen: Er wacht über seinen Schatz. Er lässt niemanden ungefragt in sein Revier. Für mich wurde das zur Metapher für meine kognitive Energie. Während dieser Visualisierung löste sich eine massive Blockade für das Rebranding. Ich verstand plötzlich, dass ich nicht „nett“ sein musste, um eine gute Designerin zu sein. Ich musste klar sein. Die Drachen-Metapher wurde für mich zu einem Werkzeug für klare Grenzen im Job.
UX-Design erfordert eine enorme kognitive Empathie. Wenn man sich nicht energetisch abgrenzt, führt das direkt in die emotionale Erschöpfung. Die Arbeit mit der Drachenenergie half mir dabei, den konstanten Wechsel zwischen Deep-Work-Phasen und kurzfristigen Jira-Anfragen besser zu moderieren. Ich lernte, dass meine Energie mein „Schatz“ ist, den ich aktiv verwalten muss.
Integration in den Alltag: Spirituelle Stärke als Styleguide
Heute, Ende Mai 2026, ist die Drachenenergie für mich kein abstraktes Konzept mehr. Sie ist so real wie ein Styleguide für eine App. Jeden Morgen starte ich mit meiner 20 Minuten Meditation am Morgen, und oft integriere ich dabei Elemente aus dem Drachen-Kurs, um mich für den Tag zu wappnen. Es ist eine Form der spirituellen Praxis, die sehr bodenständig ist.
Was ich gelernt habe: Standard-Meditation scheitert in unserem Berufsfeld oft daran, dass wir keine festen, ungestörten Zeitfenster haben. Der agile Alltag ist chaotisch. Die Drachenenergie ist für mich „portabel“. Ich brauche keine 60 Minuten Stille; ich brauche den inneren Schalter, den ich in Sekunden umlegen kann, wenn ein Meeting toxisch wird oder die Anforderungen unklar sind.
Gestern Abend saß ich noch lange am Fenster und beobachtete die Lichter auf der Kasernenstraße. Ich dachte darüber nach, wie weit der Weg vom Zusammenbruch im Oktober 2023 bis heute war. Damals fühlte ich mich wie ein gelöschtes File. Heute fühle ich mich wie ein System, das zwar unter Last steht, aber über eine extrem stabile Architektur verfügt.
Wenn du merkst, dass du zwar meditierst, aber trotzdem keine Kraft für deine Grenzen hast, könnte ein thematischer Abstecher zur Drachenenergie genau das Richtige sein. Es ist kein Heilsversprechen – es ist harte Arbeit an der eigenen inneren Haltung. Aber für mich war es der Baustein, der nach dem „Loslassen“ gefehlt hat, um wirklich wieder in meine volle Schaffenskraft zu kommen.
Ich klappe jetzt mein Journal zu. Morgen früh warten wieder 20 Minuten auf der Matte, bevor der erste Call startet. Und ich weiß, dass ich meinen Schatz bewachen werde.