
Wie beantwortet man einer Kollegin aus der Agentur die Frage, ob man nach so langer täglicher Meditation nicht langsam „fertig" sein müsste mit der Burnout-Prävention – und warum stattdessen Channeling dazugekommen ist, mitten im UX-Design-Alltag? Diese Frage bekomme ich in unterschiedlichen Varianten immer wieder gestellt, und eine kurze Antwort passt selten in einen Flurgespräch-Moment. Also sammle ich hier die Fragen, die mir am häufigsten begegnen, so ehrlich wie möglich, ohne zu behaupten, eine allgemeingültige Landkarte für alle zu haben.
Bevor ich tiefer einsteige, kurz zur Transparenz: Im Artikel stecken ein paar Affiliate-Links. Entscheidest du dich über einen davon für einen Kurs, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass sich für dich am Preis etwas ändert. Ich verlinke ausschließlich Kurse, die ich selbst seit Monaten oder länger nutze und die meinen Blick auf die eigene Praxis wirklich verändert haben.
Der Unterschied zwischen Meditation zur Stabilisierung und Channeling zur Erweiterung
Am Anfang ging es nur um Stabilisierung. Die 21-tägige Meditations-Reise war mein erster Anker nach dem Ausfall, eine reine Notfallmaßnahme, um überhaupt wieder handlungsfähig zu werden. In meinem Beitrag über die 20 Minuten Meditation Wirkung habe ich das ausführlicher beschrieben, deshalb hier nur die Kurzfassung: zwanzig Minuten am Morgen, jeden Tag, ohne große Erwartung. Der eigentliche Wiedereinstieg in den Job nach dem Ausfall ist noch mal eine eigene Geschichte, die ich an anderer Stelle erzählt habe, genauso wie der feste Morgen-Anker, den ich mir damals aufgebaut habe – auch das würde hier zu weit führen.
Doch irgendwann reichte reines Stressabbauen nicht mehr aus. Als Designerin bin ich es gewohnt, Systeme zu hinterfragen, und irgendwann fragte ich mich, ob Stille nicht nur ein Erholungsraum sein kann, sondern auch eine Informationsquelle – etwas, das mein analytischer Kopf im Agenturalltag übersieht. Genau an diesem Punkt kam Channeling ins Spiel, nicht als Ersatz für die tägliche Praxis, sondern als nächste Schicht darüber.
Ist Channeling nicht einfach nur Esoterik-Kitsch für eine UX-Designerin?
Rieke, eine Bekannte aus meiner ambulanten Nachversorgungsgruppe, hat mir genau das vor Kurzem per E-Mail geschrieben – sie schreibt lieber eine Mail, als irgendwo öffentlich zu posten – und wollte wissen, wie ich mit dem inneren Widerspruch umgehe. Mein innerer Skeptiker, der Teil von mir, der Daten und Wireframes liebt, hat beim ELBEN Online Kurs mit Christine Arana Fader tatsächlich zuerst den Kopf geschüttelt. Elben, Naturwesen, das klang nach Fantasy-Roman, nicht nach seriöser Weiterentwicklung. Symbole sind trotzdem oft die schnellste Sprache des Unterbewusstseins, ganz ähnlich wie wir im Design Metaphern nutzen, um komplexe Zusammenhänge greifbar zu machen.
Bücher allein haben bei mir nicht gereicht. Mindestens fünf Achtsamkeitsbücher liegen bei mir angefangen und nie zu Ende gelesen im Regal, weil mir beim stillen Lesen die Struktur fehlte, an der ich mich entlanghangeln konnte. Ein Kurs mit klarer Abfolge kommt mir als Designerin entgegen: kein diffuses Herumprobieren, sondern eine schrittweise Anleitung, mit der ich meine Wahrnehmung Stück für Stück schärfe. Für mich ist das schlicht Training für die Intuition, ein Skill, den ich in praktisch jedem Stakeholder-Meeting brauche.
Letzte Woche habe ich die Sitzung zweimal verschoben, weil ein Kundentermin sich in die Länge zog. Als ich schließlich doch noch anfing, war ich so gereizt, dass ich am liebsten wieder aufgestanden wäre. Statt die Einheit ausfallen zu lassen, nutzte ich eine Übung aus dem Kurs, um mich mit einer klareren, ruhigeren Qualität zu verbinden. Es dauerte keine zehn Minuten, bis sich der Knoten im Brustkorb löste – nicht als Flucht in eine Traumwelt, sondern als Werkzeug, um genau diese Qualität zurück in den harten Agenturalltag zu holen.
Die Praxis zeigt sich mittlerweile mitten im Arbeitsalltag.
Neulich bin ich aufgewacht, und der erste Gedanke war nicht die Liste unfertiger E-Mails im Kopf, sondern einfach nur, wach zu sein – ein kleiner Unterschied, der mir erst beim zweiten Kaffee richtig bewusst wurde. Auf dem Rückweg von einem Kundentermin bin ich die Immermannstraße entlanggelaufen, mitten durchs Japanische Viertel, vorbei an den ersten Lichtern vor den Restaurants, und habe gemerkt, wie mein Tempo von allein langsamer wurde. Solche Momente lassen sich schwer terminieren oder in eine Kurs-Anleitung packen, aber sie sind der eigentliche Effekt, um den es mir geht.
Wenn ich vor einem komplexen User-Flow sitze, schließe ich manchmal kurz die Augen und nutze eine Technik aus dem Channeling für Anfänger, um eine Ebene tiefer zu blicken, bevor ich weiterarbeite. Wie stark dabei auch Reizüberflutung und ein empfindlicherer Reizfilter mitspielen, ist noch mal ein eigenes Thema, das viele Hochsensible unter meinen Leserinnen kennen werden. Ausführlicher habe ich das Prinzip in meinem Journal über intuitive Entscheidungen im Design aufgeschrieben – hier nur so viel: Es ist, als würde man von einer flachen Ansicht in ein Modell mit Tiefe wechseln. Die geistige Seite liefert keine fertigen Figma-Dateien, aber Impulse, die Entscheidungen spürbar beschleunigen.
Nicht jeden Tag klappt das reibungslos. Vor ein paar Tagen wollte ich mich kurz sammeln, kurz bevor der Nachbar unter mir seine neue Anlage testete, und aus der geplanten Übung wurde ein stilles Zählen von Basstönen. Früher hätte mich das auf die Palme gebracht, inzwischen nehme ich solche Unterbrechungen eher als Teil der Übung. Eine Designerin in einer Altbauwohnung ist keine Einsiedlerin auf einem Berg, und genau diese Reibung hält die ganze Sache geerdet.
Muss die 21-Tage-Reise erst abgeschlossen sein, bevor der ELBEN Kurs Sinn ergibt?
Für den Einstieg empfehle ich nach wie vor die 21-tägige Meditations-Reise, weil sie zuerst den Stress abbaut, der sonst wie Ballast auf den feineren Ebenen liegt. Wer diese Struktur schon durchhat und merkt, dass da eine tiefere Sehnsucht nach Anbindung bleibt, für den ist der ELBEN Kurs der naheliegende nächste Schritt, nicht der erste. Und wer eher auf kraftvolle, energiegeladene Themen steht statt auf sanfte Naturwesen-Bilder, für den könnte die Drachenenergie ein spannender Abstecher sein – ich habe damit experimentiert, als ich vor einer Gehaltsverhandlung mehr Durchsetzungskraft brauchte. Die Reihenfolge, die bei mir funktioniert hat: erst stabilisieren, dann erweitern, nie umgekehrt.
Ich nehme Skepsis ernster, als die meisten erwarten.
Meine alte Freundin Maja hat mir vor Kurzem, kurz nach Mitternacht, eine Sprachnachricht geschickt statt wie sonst zu texten, nachdem ich ihr von ELBEN erzählt hatte. Sie meinte nur, das klinge nach mehr Mut, als sie selbst gerade aufbringen könnte, und das saß tiefer, als ein einfaches „klingt komisch" es je könnte. Genau solche Reaktionen nehme ich ernst, statt sie wegzulächeln, weil Skepsis meistens ein berechtigter Punkt ist und kein Angriff. Wer selbst an einem ähnlichen Punkt steht wie ich damals, direkt nach dem Zusammenbruch – erschöpft, leer, mit dem Gefühl, dass da noch mehr sein muss als die nächste Deadline –, dem rate ich: fang klein an, aber trau dich, auch das Unbequeme ernst zu nehmen.
Ich bin keine Ärztin oder Therapeutin, und diese Erfahrungsberichte ersetzen keine fachliche Behandlung. Wird die Erschöpfung zu tief oder hält sie an, gehört professionelle Hilfe an die erste Stelle, nicht ein Kurs oder eine App.
Was bleibt, wenn die Fragen aufhören
An einem Mittwochabend saß ich neulich die üblichen zwanzig Minuten auf dem Kissen, während irgendwo unter mir eine Bahn vorbeirollte, ein dumpfes Grollen, das durch die alten Wände der Carlstadt wanderte. Danach schrieb ich drei Zeilen in mein Journaling nach dem Burnout, wie an den meisten Abenden, nicht weil ein Kurs das verlangt, sondern weil das Aufschreiben die einzige Art ist, wie ich Muster überhaupt bemerke. Wenn am Ende eine einzige Antwort auf all diese Fragen bleiben soll, dann diese: Ein Kurs bringt nur etwas, wenn die tägliche Praxis davor schon steht, nicht als Ersatz dafür. Wer das umdreht, kauft sich nur ein weiteres angefangenes Buch fürs Regal.